Trakehner.

Ostpreußisches Pferd Trakehner Abstammung
Trakehner
/tra'ke:ne/ der: ~ (Pferd)
 

Das Ursprungsland:

Ostpreußen war eine Provinz des Königreichs Preußen und ist heute ein Teil Polens.
Die Zucht wird in ganz Deutschland, aber auch in anderen Ländern, wie Polen, Russland, Amerika oder Neuseeland betrieben.

Die Größe:

Das Stockmaß beträgt ungefähr 160 -170 cm.

Die Farben:

Alle Farben sind vorhanden, wobei Schimmel eher seltener auftreten. Neben Schecken werden auch Roans bei den Trakehnerfreunden immer beliebter.

Das Exterieur:

Der Trakehner Verband wünscht: "Ein großliniger und harmonischer Körperbau, der das Pferd in die Lage versetzt, auch seine Leistung in sportlichen Bereichen zu erbringen."
Und weiter: "Eine mittellange, sich zum Kopf hin verjüngende Halsung, gute Ganaschenfreiheit, eine große, schräg gelagerte Schulter, ein markanter, weit in den Rücken hineinreichender Widerrist, ein funktionsfähiger Rücken, der die Anforderungen an ein athletisches Sportpferd erfüllt und der Bewegung, Schwingung, Tragkraft und Gleichgewicht vereint, eine lange, leicht geneigte, kräftig bemuskelte Kruppe sowie eine harmonische Rumpfaufteilung in Vor-, Mittel- und Hinterhand. Weiterhin erwünscht ist ein zum Körperbau passendes trockenes Fundament mit korrekten großen Gelenken, mittellangen Fesseln und wohlgeformten Hufen, das eine lange Gebrauchsfähigkeit erwarten lässt."

Die Eigenschaften:

Ausdauernd, edel, zäh, vielseitig und leichtfuttrig so sind sie, die Trakehner.
Der Trakehnerverband sagt darüber: "Erwünscht ist weiterhin ein unkompliziertes, umgängliches, gleichzeitig einsatzfreudiges, nervenstarkes und verlässliches Pferd."
Der Trakehner gilt als ausgesprochen sensibel. Bei seinem Temperament bedarf es einer liebevollen und fachkundigen Ausbildung.

Das Einsatzgebiet:

Reit- und Sportpferd in allen Disziplinen, selbstverständlich werden Trakehner auch als Familien- und Freizeitpferde genutzt.

Die Lebensdauer:

Trakehner sind oftmals sehr langlebig. Der letzte in Trakehnen geborene Trakehner "Keith" verstarb im Jahr 1976 im Alter von 32 Jahren.

Die Namen:

Die Nachkommen bei den Trakehnern werden nach dem ersten Buchstaben der Mutter benannt und nicht wie sonst üblich nach dem Vater.
Klangvolle Namen wie Kokette, Kassette, Flugsand, Dampfross, Blitzrot, Polarfahrt, Hirtensang, Schwalbenflug, Löwenjäger, Herrscherin, Flügel, Dichterfürst, Morgenstrahl, Posthalterei, Holzauktion, Harzgeist, Jagdfreundin, Kriegskind, Hausfreund, Turmuhr, Katzenpfote, Modekönig, Apfelkern, Frohsinn sind die Aushängeschilder dieser edlen Pferderasse.

Trakehner Elchschaufel

Ein Brandzeichen dient als Kennzeichnung der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Rasse oder einem bestimmten Züchterverband.


Einfache Elchschaufel seit 1787

1787 wurde unter Landstallmeister Carl Ludwig von Brauchitsch und Graf Lindenau die siebenendige, einfache Elchschaufel als Brandzeichen für Pferde des ostpreußischen Gestütes, auf dem rechten Hinterschenkel, eingeführt. Zuvor hatte das Gestüt Marbach, als erstes Gestüt, seinen Pferden das bekannte Marbacher Brandzeichen auf den rechten Hinterschenkel gebrannt.
Elche besiedelten einst große Landstreiche, doch nach vermehrten Kriegen wurde ihre Population bedroht, sie wurden um das kurische Haff und an der Memelniederung einheimisch. Sonst gab es nirgendwo im Deutschen Reich Elche. Daher wurde der Elch zum Wahrzeichen Ostpreußens und seine Schaufel zum Brandzeichen des ostpreußischen Pferdes Trakehner Abstammung. Die Elche verkörperten Schönheit, Adel und Kraft; die gleichen Charakteristika, die den Trakehner zugeschrieben wurden. So wurden 1787 die ersten Pferde des edlen Ritterschlages mit der siebenzackigen Elchschaufel gebrannt.


Brand der Krone mit Kreuz bis 1888

Bis ins Jahr 1888 wurden den Fohlen der ostpreußischen Landesgestüten das Brandzeichen der abgerundeten Krone auf den rechten Hinterschenkel gebrannt.
1815 begann man alle Warmblutpferde, die in Trakehnen geboren wurden, mit der Elchschaufel zu markieren. Dieses Brandzeichen kennzeichnete diese Pferde als "Original-Trakehner".

1890 erschien der Brand des Ostpreußischen Stutbuches Trakehner Abstammung: eine doppelte Elchschaufel auf dem linken Schenkel.


Doppelte Elchschaufel

Nach dem ersten Weltkrieg, im Jahre 1916 wurde für die Erfassung reinrassiger Stuten das Vorregister I, später im Jahr 1923 das Vorregister II eingerichtet.
1922 erschien mit der Neugründung der Ostpreußischen Stutbuchgesellschaft für Trakehner Abstammung e.V. eine Vereinheitlichung der Brände, alle Brände gingen auf die Grundform der siebenzackigigen Elchschaufel zurück.
Die doppelte Elchschaufel (linker Hinterschenkel) wurde für Nachkommen von anerkannten Stutbuchhengsten aus Hauptstutbuchstuten und nach der Wiedervereinigung der ostpreußischen Zuchtverbände auch für die Fohlen der im Vorregister I eingetragenen Stuten eingesetzt.


Einfache Elchschaufel mit Kronenschleife

Die einfache Elchschaufel mit Kronenschleife (linker Hinterschenkel) wurde für Nachzuchten von Stutbuchhengsten oder Stuten aus dem Vorregister II verwendet.
Die kleine doppelte Elchschaufel auf der linken Halsseite erhielten die Stuten, die nach bestandener Musterung ins Hauptstutbuch aufgenommen wurden.
Die Stuten des Vorregisters I erhielten die enfache, kleine Elchschaufel auf der linken Halsseite, die Pferde des Vorregister II den gleichen Brand auf der rechten Halsseite.


Brand der Ostpreußischen Züchtervereinigung e.V.

1924 wurde mit der Gründung der Ostpreußischen Züchtervereinigung e.V. in Königsberg das Brandzeichen des Eisernen Kreuzes eingeführt. Mit der Wiedervereinigung der Stutbuchgesellschaften verschwand dieses Brandzeichen.
Bis zum 2. Weltkrieg war es oftmals der Fall, dass neben dem regulären Elchschaufelbrand ein zweiter Brand, das eigene Gestütsbrand geführt wurde.
Nach dem zweiten Weltkrieg und mit der Gründung des Verbandes der Züchter des Warmblutpferdes Trakehnerabstammung im Jahr 1947, wurden die Fohlen mit der doppelten Elchschaufel gebrannt. Die einfache Elchschaufel wurde den in Trakehnen geborenen Fohlen vorenthalten.


Brandzeichen der ehemaligen DDR

Ab dem Jahr 1962, wurden in der ehemaligen DDR die Nachkommen der edlen Warmblüter Trakehner Abstammung mit einem eigenen Brand, einem Symbol mit Pfeil, einer Schlange und dem Buchstaben "T", gebrandmarkt.
Seit 1966 durften nur die in Westdeutschland gezogenen Trakehnerfohlen mit der doppelten Trakehnerelchschaufel gebrannt werden.
Nach der Wiedervereinigung der Bundesrepublik Deutschland, erhielten die Pferde, die den DDR-Brand trugen, einen zweiten Brand, den Halsbrand der doppelten Elchschaufel.
Heute werden die Trakehner von Land zu Land mit verschiedenen Bränden versehen, alle haben sie die Elchschaufel als Brandzeichen, allerdings jeweils mit einem charakteristischen Zusatz.


Amerika

Dänemark


England

Frankreich

Kanada

Kroatien

Litauen

Neuseeland

Österreich

Polen

Russland


Schweiz

© 2004 - dato: Trakehnerpfer.de