| Frühes Mittelalter |
Im frühen Mittelalter benutzte das Volk der heidnischen Prussen Pferde als Reit-
und Zugpferde. Diese kleinen, genügsamen, robusten und mit Wildpferden
verwandten Pferden, nannte man “Schweike”. |
1231
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Die Deutschordensritter begannen im Auftrag eines polnischen Herzogs die Prussen zu unterwerfen und zu christianisieren. Sie gründeten
mehr als 60 Zuchtstätten für die Zucht ihrer mutigen Streitrösser, die Ritter
in schweren Kampfrüstung trugen und lange Strecken bewältigen mussten.
Als sich das Rittertum im Laufe der Zeit auf die Landwirtschaft verlegte,
wurden diese Streitrösser nicht mehr genutzt, sondern die Pferde der Prussen. |
| 1376 |
Eine Urkunde aus dem Jahre 1376 erwähnt ein Ordensgestüt nahe Insterburg, das
2 Beschäler, 150 Stuten und 60 Kriegspferde beheimatet. |
| 1644 |
1644 wurde das letztes Wildpferd in Preußen
gesichtet. |
1680
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Die Geburt des ersten Begründers des englischen
Vollblutes: Beyerly Turk (vermutlich ein Turkmene oder
Muniqiu-Araber). |
| Beginn 18. Jh. |
Nach mehreren verheerenden Kriegen, Mißernten und
Pest wurde die Gegend von Trakehnen in der frühen Neuzeit zu einer verlassenen Einöde. |
| 1702
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Zweiter Stammvater der Vollblutzucht wird in
Syrien geboren: Darley Arabian. |
| 1713
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König Friedrich Wilhelm I., als Soldatenkönig bekannt, erlässt ein Edikt zur Verbesserung der Pferdezucht. |
1725
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König Friedrich Wilhelm I. macht sich das Zusammenführen des ganzen Pferdebestands von Ostpreußen zur Aufgabe. |
| 1726-1732 |
1726 beginnen 600 Soldaten aus Memel mit Rodung- und Entwässerungsarbeiten des Pissa-Geländes zwischen Gumbinen und Stallupönen. |
| 1731
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1731 erläßt Friedrich Willhelm I. die Gründungsorder für das königliche
Stutamt Trakehnen. |
1732
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1732 wird das Königlichen Stutamt Trakehnen durch den preußischen König Friedrich Wilhelm I. mit 1101 königlichen Pferden, darunter 513 Mutterstuten, eröffnet. Zu diesem Zweck werden die vorhandenen Stutereien Sperling, Beatricken, Insterburg, Budupönen, Guddien, Ragnit und Schreitlauken zusammengelegt. Der König lässt das Gebiet um Trakehnen neubesiedeln und empfängt aus diesem Zweck religiöse Flüchtlinge. Seine Hoffnung: finanzielle Erträge durch den Verkauf von Pferden. |
1739
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Aus mangelnder Rentabilität - das Gestüt erwirtschaftete nicht einmal genügend Futter für alle Pferde - schenkt Friedrich Wilhelm I. seinem Sohn Friedrich II. von Preußen, späterer Friedrich der Große (gen. Alter Fritz) das Gestüt Trakehnen. Dieser droht mit der Gestütschließung sollten sich die königlichen Kassen nicht bald füllen. |
| 1739-1747 |
Erste Nennung eines namhaften Hauptbeschälers in Trakehnen: Persianer, der 20-jährig als Geschenk des Herzogs von Kurland nach Trakehnen kommt. |
1746-1780
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Oberleitung des Gestüts Trakehnen durch von Domhardt. |
1764
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Geburt des Vollblutstammhengstes Eclipse von Darley Arabian. |
1773
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In jenem Jahr stirbt der begnadete Reiterführer und General Friedrichs II., Friedrich Wilhelm von Seydlitz (1721-1773), der mit den sogenannten Campagnepferden (den heutigen Vielseitigkeitspferden) für König und Land, die damals oft kriegsentscheidende Kavallerie aufbaute. |
| 1786 |
Nach dem Tod Friedrichs II. wird Trakehnen mangels privater testamentarischer Verfügung zum Staatseigentum des Königreiches Preußen. Das Königliche Stutamt wird zum “Hauptgestüt Trakehnen”. |
| 1786-1789 |
Landstallmeister Carl von Brauchitsch übernimmt die Leitung des Hauptgestüts Trakehnen. Er wird für die Entwicklung des Trakehners als Dragonerpferd bedeutsam. |
| 1786 |
Die preußische Gestütsverwaltung gründet ihr erstes
Landgestüt: das Litauische Landgestüt. Brauchitsch ernennt Oberstallmeister Graf Lindenau zum Landstallmeister vom litauischen Landgestüt. |
| 1787 |
Man führt das Brandzeichen, die halbe Elchschaufel auf dem rechten
Hinterschenkel, für das “Ostpreußische Warmblut Trakehner Abstammung” ein.
Die Trakehner des Hauptgestüts tragen die doppelte Elchschaufel auf dem
linken Hinterschenkel. |
| 1789 |
1789 besteht das in Trakehnen zusammengefasste Landgestüt Litauen aus den Gestüten Ragnit, Insterburg und Oletzko. |
| 1789-1814 |
Landstallmeister Friedrich Karl Ludwig von Below übernimmt die Leitung des Hauptgestüts Trakehnen. |
1806
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Das Hauptgestüt Trakehnen flüchtet mit seinen Pferden vor den Truppen Napoleons in das russisch kontrollierte Litauen und kehrt erst 1807 wieder zurück. In Ostpreußen ist ein Verlust von 75.000 Pferden zu verzeichnen. |
| 1812 |
Im Dezember muss das Hauptgestüt Trakehnen nach Ratibor und Troppau (Schlesien) verlegt werden und kehrt im Oktober 1813 wieder zurück. Diesmal ist es ein Verlust von 104.000 Pferden. |
| 1814-1843 |
Landstallmeister Wilhelm von Burgsdorf übernimmt die Leitung des Hauptgestüts Trakehnen. |
| 1819 |
Einführung von Eilwägen durch die preußische Postverwaltung, in der Rekordzeit von 15 Stunden legen die Pferde die Strecke Berlin-Magdeburg zurück. |
| 1843 |
Trakehnen erhält ein Rennstall mit Trainingsbahn. |
| 1847-1864 |
Landstallmeister Friedrich Ernst August von Schwichow übernimmt die Leitung des Hauptgestüts Trakehnen. |
| 1864-1888 |
Gustav Adolf von Dassel wird Landstallmeister in Trakehnen. |
| 1877 |
Der erste Band des Trakehner Stutbuchs erscheint mit 1200 Seiten. |
| 1888 |
Gründung der ostpreußischen Stutbuchgesellschaft für das
“Warmblut Trakehner Abstammung”. |
| 1888-1895 |
Landstallmeister von Frankenberg und Proschlitz wird Leiter des Hauptgestüts. |
1895
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Landstallmeister von Burchard von Oettingen übernimmt die Leitung des Hauptgestüts Trakehnen. |
1903
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Landstallmeister Burchard von Oettingen kauft in England den berühmten
Vollbluthengst Perfectionist. |
1904
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Tempelhüter von Perfektionist xx und der
Teichrose wird geboren. |
1905
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Geburt des erfolgreichsten Vollblutvererbers Dark Ronald von Bay
Ronald und der Darkie. |
1908
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Einführung des Anglo-Arabers Nana Sahib aus Frankreich. |
| 1912-1922 |
Kurt Emil Friedrich Graf Sponeck übernimmt die Leitung des Hauptgestüts Trakehnen. |
1914
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Ausbruch des ersten Weltkrieges. Die Pferde des Hauptgestütes Trakehnen werden in Westdeutschland in Sicherheit gebracht. |
| 1919 |
1919 kehren die letzten ausgelagerten Pferde nach Trakehnen zurück. Russische Truppen entwenden das Morgenstrahl-Denkmal vor dem Landstallmeisterhaus, das von Reinhold Kübart geschaffen worden war. |
| 1920 |
135.000 Pferde kommen in den Kriegswirren um.
Wiederaufbau zerstörten Gestütes Trakehnen. |
1922
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Die doppelte Elchschaufel wird als Hauptstutbuchbrand des ostpreußischen Zuchtverbands eingeführt. |
1922-1931
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Siegfried Graf Lehndorff übernimmt die Leitung des Hauptgestüts Trakehnen. |
1923
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Der 1916 geborene Dampfross von Dingo und der Laura kommt als Hauptbeschäler nach Trakehnen. |
| 1923, 1924, 1925 |
Trakehner gewinnen das schwere Pardubitzer Rennen: Landgraf II. in den Jahren 1923 und 1925 und Herero im Jahr 1924. |
| 1931-1944 |
Dr. Ernst Ehlert wird Landstallmeister des Hauptgestüts. |
1932
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Für das 200-jährige Bestehen des Hauptgestütes Trakehnen wird das Tempelhüter-Denkmal
- wie ihre Vorgängerskulptur auch von Reinhold Kübart geschaffen - vor dem Landstallmeisterhaus des Hauptgestüts Trakehnen enthüllt. |
1933
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Der legendäre Hengst Tempelhüter stirbt 1933 in Trakehnen. |
1934
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Geburt des bedeutenden Hengstes Pythagoras von Dampfroß
und der Pechmarie. |
| 1936 |
Bestes Pferd im Preis der Nationen in New-York ist der Trakehner
Dedo. |
| 1936 |
Erfolgreiche Trakehnerpferde bei den Olympischen Spielen in Berlin: Nurmi (Gold in Military), Kronos (Gold in der Dressur), Absinth (Silber in der Dressur), Gimpel (Gold in der Military-Mannschaftswertung) und Fasan (Gold in der Military-Mannschaftswertung). |
| 1939 |
1. September: Ausbruch des zweiten Weltkrieges. |
| 1943 |
Am 15.09 werden einige Hengste nach Hunnesrück evaquiert. |
1944
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Am 16. Oktober werden die Mutterstuten zum letzen Mal auf die
Winterweiden des Hauptgestütes Trakehnen getrieben. |
| 1944 |
1944 hat die Ostpreußische Stutbuchgesellschaft etwa 15.000 Mitglieder mit etwa 14.000 Stuten und 765 gekörten Hengsten. |
1945
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1945 gelingt die Flucht vor der herannahenden Ostfront mit etwa 500
Beschälern aus dem Landgestüt Georgenburg. 28 der 350 Stuten des
Hauptgestütes Trakehnen gelingt die Flucht in den Westen. Wieder
entwenden russische Truppen das Tempelhüter-Denkmal
vor dem Landstallmeisterhaus. |
| 1946 |
1946 wird der Trakehner Verband gegründet. |
| 1956 |
Erfolgreiche Trakehnerpferde bei den Olympischen Spielen in
Stockholm: Perkunos gewinnt in der Dressurmannschaftswertung die Silbermedaille
für Deutschland, Gold gibt es für Knaust in der Dressurmannschaftswertung für Schweden. |
| 1958 |
1958 erscheint das erste Hengstverzeichnis des Trakehner Verbandes. |
| 1960 |
Einrichtung des Trakehnergestütes Birkhausen durch den Trakehner
Verband. |
| 1968 |
Olympische Spiele in Mexiko: Trakehner Pepel gewinnt für Russland in der Dressurmannschaftswertung Silber. |
| 1872 |
Olympische Spiele in München: Trakehner Pepel gewinnt in der Dressurmannschaftswertung Gold, in der Einzelwertung Silber. |
1974
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1974 wird eine Kopie des Tempelhüter-Denkmals in Verden enthüllt. |
1976
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1976 stirbt das letzte in Trakehnen geborene Pferd: Keith war 1944
im Hauptgestüt geboren worden. |
| 1984 |
Los Angeles: Olympisches Gold (Mannschaft) und Silber (Einzel) im Springen für den Trakehnerhengst Abdullah unter seinem Reiter Conrad Homfeld (USA). |
| 1996 |
Olympia in Atlanta: Hengst Peron und Michelle Gibson (USA) gewinnen Bronze
in der Manschaftsdressur. |
| 2004 |
Olympiade in Athen: Trakehnerhengst Windfall
gewinnt in der Vielseitigkeit zusammen mit dem US-Team die
Bronzemedaille. |